Zufallszitat"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."
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VerlusteDienstag, 23. September 2008
Ich denke im Leben macht jeder die Erfahrung, dass man Dinge verliert auf die man nie verzichten wollte.
Nicht immer erkennt man den Verlust oder die Schwere des Verlusts direkt zu Anfang. Vielleicht empfindet man es zuerst gar nicht mal als einen Verlust. Aber im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass man das Verlorene braucht, vermisst, nicht wieder beschaffen kann. Egal was es war, es war immer etwas an dem das Herz hing. Denn dadurch, daß man mit dem Verlorenen mehr verbindet als einfach nur das objektv Sichtbare, wird es unersetzbar. Unabhängig davon was man verloren, wichtig ist wie man mit dem Verlust umgeht. Geht man davon aus, dass etwas wirklich verloren ist und nicht einfach nur verlegt wurde, dann ist das Akzeptieren dieses Verlustes was es einem wirklich ermöglicht darüber hinweg zu kommen. Oder in anderen Worten gesagt, man muß loslassen können. Das ist z.bB bei einer CD wesentlich leichter als es z.B bei einem Haustier wäre. Andere Verluste lassen sich weniger leicht verarbeiten, aber der Mechanismus des Loslassens ist dennoch derselbe. Doch manchmal fällt es besonders schwer loszulassen. Mittwoch, 6. August 2008
Aus den Lautsprechern dröhnen die CD's von Annett Louisan. Vor meinem inneren Auge spielt sich eine klassische, kitschige Barszene ab. Sie steht in einem langen, weißen klitzernden Kleid auf der Bühne und singt ihre Lieder, begleitet am Flügel von einem Unbekanntem. Die Scheinwerfer sorgen dafür, daß ihr Kleid klitzert als wäre sie eine Discokugel. Die meisten Tische an der Bühne sind leer, wahrscheinlich wegen der Todeshitze die die Scheinwerfer produzieren müssen. Im Schutz des Schattens sitzen frisch verliebte Päarchen und Menschen, die gerne in ihrer Einsamkeit ungestört bleiben.
Und genau aus diesem Grund sitze ich alleine im Schatten. Heute ist ein Tag um das Alleinsein zu zelebrieren. Deswegen sitze ich auch zu Hause und höre Retortenmusik und trinke das Bier aus der Flasche. Und weil ich hier keine Bar kenne die mir ähnliches bieten würde. Ich habe einfach keine Lust mich heute auf andere Leute einzulassen. Ich möchte keine Frauen sehen, die ich vielleicht sogar noch attraktiv finde, und was darin enden würde endlose Dialoge durchzuspielen um sie anzusprechen, und dann doch zu feige zu sein es zu tun. Ich möchte keine Bekannten sehe, da ich heute kein guter Zuhörer wäre, und ich heute auch keine Lust dazu hätte. Ein paar Bier, etwas Musik und die Gedanken schweifen lassen. Ruhe für die Dinge die wohl auf mich zukommen werden. Der feste Umzug nach Boston wird immer wahrscheinlicher, ich warte nur noch auf ein unterschriftreifes Dokument. Wenn es soweit ist, dann muss ich in mein altes zu Hause, die Wohnung kündigen, mich mit dem Vermieter streiten, entscheiden was ich mit meinen Möbeln mache, mein Auto verkaufen, mein Motorrad verschiffen, Freunde treffen und die Familie treffen. Die Entscheidung hierher zu kommen habe ich noch nicht bereut, aber es macht sich doch etwas Unbehagen breit. Im Moment gibt es immer noch einen Weg in das Altbekannte zurück zu gehen. Manchmal ist es verlockend auf bekannte Umstände zurückzukehren, aber ich weiss genau, dass ich es nicht kann. Nach den wenigen Monaten hier in Boston ist mir wieder eins klar geworden. Ich wollte nie in der Stadt enden in die es mich in Deutschland verschlagen hat. Es sollte nur eine Zwischenstation werden, die viel zu lange dauerte. Gründe gab es viele, den Job, die Beziehung, die Trennungsphase und dann die Angst vor der Ungewissheit. Insgesamt war ich viel zu lange dort. Ich beneide die Menschen die ihren Ort gefunden haben, an dem sie sich wohl fühlen. Vielleicht werde ich in meinem Leben 'meinen' Ort finden. Aber bisher hatte ich das Glück nicht. long time no seeMontag, 28. Juli 2008
Fast ein Monat seit dem letzten Eintrag.
Und es hätte wohl noch etwas gedauert bis zum nächsten Eintrag wenn da nicht unerwartet ein Kommentar hereingeflogen wäre. (danke, dafür an dieser Stelle). Zum einen hat mich der Kommentar schlicht und ergreifend an den Blog erinnert. Zum Anderen hat er mir wieder vor Augen geführt weshalb ich mit dem Bloggen angefangen habe. Immer wieder stelle ich fest, dass ich in guten Zeiten wenig an mir arbeite, wahrscheinlich weil es eben gute Zeiten sind. In schlechten Zeiten ist der Wille zur Veränderung da, teilweise mit Erfolg. Gehen die schlechten Zeiten vorüber verschwindet auch der Wille zur Veränderung. Der Blog sollte mich u.a. dazu bringen regelmässig über mein Leben nachdenken zu müssen. Aber genau diese Reflexion des Erlebten habe ich in den letzten Monaten zu sehr vernachlässigt. Das scheint aber genau dafür ein Zeichen zu sein, dass es mir momentan gut geht. Das Leben in Boston gefällt mir zunehmend besser, auch wenn einige Dinge hier doch anders sind. (und zuweilen auch etwas makaber: http://www.boston.com/news/local/massachusetts/2008_murders_in_boston/ ) Im Moment warte ich auf schriftliches Vertragsmetarial meines Arbeitgebers, welches ich unterzeichnen kann, damit ich endlich ganz und gar hierher ziehen kann. Ansonsten beschäftige ich mich ausgiebig mit dem Networking um hier einen stabilen Bekanntenkreis aufzubauen. Mike PS: Ich wohne in nördlich von Boston, in keiner der 'schlimmen' Gegenden wie sie auf der verlinkten Karte zu sehen sind Mittwoch, 2. Juli 2008
Viele Zeilen habe ich gelöscht um in schönen Bildern und mit guten Vergleichen zu schreiben was ich fühle, was mir durch den Kopf geht.
Für den Leser angenehm zu lesen, eingängig, flüssig, interessant vor allem fesselnd soll es sein. Doch das Schleichen um den heißen Brei dient nur dazu dass der Brei letzendlich kühler wird, das die Gefühle gemildert werden, der ganze heiße Schmerz, der mich zum Schreiben bringt, nur noch ein lauwarmes Abbild meines Leidens ist. Immer wieder schaffe ich es mein Leiden zu ignorieren. Ich lebe mein Leben so schnell es nur geht um keine Zeit zu haben mich umzuschauen. Um nicht zu sehen was mir am meisten fehlt. So fliegen die Tage vorbei, gefüllt mit Arbeit, Alkohol, Feiern, Frauen und mit viel zu wenig Schlaf. Aber irgendwann, irgendwann geht es nicht mehr. Die Elan ist raus, der Körper erschöpft, er nimmt sich seine Auszeit. Und dann wenn der Körper seine Auszeit verlangt, stelle ich fest, dass ich auf einer Schiene fahre, die ich nicht möchte, die mich zwingt immer schneller zu fahren. Und weit und breit ist keine Weiche in Sicht. Also geht es nach der kurzen, schmerzvollen Auszeit auf der Schiene weiter. Das Ende der Schiene ist nicht zu sehen, und auch nicht ob es doch noch eine Weiche gibt und ob man sie in diesem Augenblick nehmen möchte. Das Ende der Reise ist nicht abzusehen. Nur das sie anstrengend sein wird, und das ein Teil von mir auf der Strecke bleibt. Und es ist klar, dass ich eigentlich gar nicht auf dieser Schiene sein möchte, aber irgendetwas hat mich auf diese Schiene gedrückt. Also geht es weiter, einfach weil es kein Zurück gibt und weil es die Express-Schiene ist. Weil es kein Zurück gibt ... weil die Vergangenheit eben genau dies ist ... vergangen, aber nicht vergessen. Donnerstag, 19. Juni 2008
Hier sitze ich also.
Hinter mir die Vergangenheit. Meine Vergangenheit. Geradlinig kann man sie nicht nennen. Und das wird sich nicht ändern Wiedereinmal wird sich die Spreu vom Weizen trennen, oder in meinem Fall Freund von Bekannten. Die Bekannten werden verschwinden. Freunde werden bleiben. Immer wieder kommen wenige Menschen in den Kreis meiner Freunde. Und immer wieder fällt es schwer neue, wie alte Freunde, zurückzulassen. Aber es geht nicht anders. Es wird Zeit neue Ufer zu erreichen, meiner Vergangenheit neue Wendungen hinzuzufuegen. Wie immer ist die Zukunft ungewiss, aber klar und deutlich erkenne ich in meiner Zukunft ein Leben in den USA. Wie lange weiss ich nicht. 2 Jahre bestimmt, vielleicht mehr. Diese Zukunft ist zum Greifen nahe. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der Umzug Teil meiner Vergangenheit wird. Es sei denn diese Zukunft löst sich wie eine Fata Morgana auf. Aber die Chancen stehen sehr gut, dass sie Bestand hat. Vor mir liegt eine eine Zukunft in den Staaten. Re-kapitulationDienstag, 17. Juni 2008
Ein Stück viel zu hartem, sündhaftteurem, spanischen Käse
ein mittelmäßiger, kalifornischer 2005er Cabernet Sauvignon ein sentimentaler, trauriger und extrem erotischer Tango den Kopf voll mit Gedanken, die der Ablage des letzten Jahres gleicht, die niemand bearbeitet hat und einen Abend Ruhe alles zu sortieren. Doch womit fange ich an. Frauen? Liebe? Beruf? Freunde? Freude? Trauer? Angst? Ungewißheit? Stress? Es war alles dabei. Wie bei einer Achterbahnfahrt konnte ich das Vergangene nicht verarbeiten, weil die nächste Kurve, die nächste Steigung, die nächste Abfahrt schon da war. Immer wieder ein neuer Eindruck, eine neue Erfahrung, eine neue Idee, eine neue Situation, eine andere Überraschung, eine neue Entscheidung, eine neue Wendung ... STOP ! Frauen. Viele Frauen sind die letzten Monate in mein Leben getreten. Manche kamen aus der Vergangenheit, manche kamen ganz neu in mein Leben. Mit manchen hatte ich eine kurze Affäre, mit den anderen nicht. Aber jede Einzelne hat ein Platz in meinen Erinnerungen verdient, weil jede Einzelne etwas Besonderes hat. Eva, eine Ex - Manou ;-), die Französin - Michaela, die Karrierefrau - Verena, die Dreiste - Judith, die Kußmeisterin - Beth, die Kußdiebin - Chee die Asiatin - Maria, die Russin - Jenny, die Gogo-Tänzerin - Becky, der Rebell. Liebe. Sie versteckt sich vor mir. Versteckt in meinen Erinnerungen. Nur manchmal lässt sie sich blicken, für einen Bruchteil von Sekunden. Ein kleiner Herzschlag der etwas höher schlägt, ein kleiner Moment der in dem ich mich verlier. Aber niemals bleibt sie. Sie zeigt nur, dass sie noch da ist, aber sie will sich nicht festlegen. Beruf. Ein auf und ab. Ständige Änderungen, ständige Neuerungen. Aber er gefällt, etwas besser sogar weil ich ihn im Moment in den USA mache. Aber keine Details im Blog. Freunde. Bekannte, sehr viele. Echte Freunde, wenige, und alle sind weit weg. Es fehlt mir die echten Freunde um mich zu haben. Aber sie sind zu weit weg. leider. Und sie werden es wohl auch bleiben. Und es wird sich zeigen wieviel Distanz Freundschaften vertragen. Freude. Gab es reichlich. Ausgehen, reden, drinken ... einfach Spass haben. Davon gab es viele Möglichkeiten. Diverse Bars habe ich gesehen, diverse Liter Bier konsumiert. Es war eine Spasszeit. Trauer. So oft wollte ich ihn um Rat fragen. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Angst. um die berufliche Zukunft. Ungewissheit. Ein neues Land, neue Leute, neue Sitten, neue Gesetze. Stress. Auf der Arbeit. Es gibt so viel zu tun. Ständige Deadlines die auslaufen. Ständig neue Themen mit neuen Deadlines. Und die meisten Deadlines sind rein fiktiv, nur weiss man das erst wenn sie überschritten sind. Es ist zuviel um es hier in Worte zu fassen. Unterm Strich ist es gut hier. Es gefällt mir. Nur manchmal scheint es so irreal. Oder ist es das alte Leben was so irreal wirkt? Ich arbeite daran, dass das alte Leben irreal bleibt. CalifornicationSonntag, 15. Juni 2008
Nein, diesmal sind nicht die Red Hot Chili Peppers gemeint.
Aber eine US-Fernsehserie. Und hier ist der die erste Folge auf YouTube. Zum Anfüttern oder verdammen. Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 eine Nacht in Cambridge ...Mittwoch, 21. Mai 2008
3 Stunden Schlaf.
Blutalkohol jenseits der Promillegrenze (wo auch immer diese sein mag) und noch immer jenseits der Vernunftgrenze. Langsam fühle ich wie der Alkohol dem Kater platz macht. Aber das Adrenalin, welches durch meine Adern pumpt, mich alles andere nur nebenbei wahrnehmen lässt, kompensiert alles. Ich bin aufgeputscht, wach und strahle bei dem Gedanken an gestern abend. Es fühlt sich an wie ein Traum, den man ständig durchlebt, in dem man sich wie ein Zuschauer fühlt, als hätte man keinen Einfluss auf die Handlung, die Handlung einen aber mitreisst und nicht wieder loslässt. Von manchen Geschichten hat man nur gehört, sie aber nie erlebt. Dafür gibt es meist verschiedene Gründe. Gestern wurde eine kleine Grenze überschritten. Klein für andere, aber Ich liebe diese Verabredungen, bei denen man eigentlich niemand kennt und trotzdem hingeht. Es sollte ein Kennenlernen werden, mit ein paar Leuten und ein paar Bier. Und es lief auch ab wie erwartet. Wir waren, dann irgendwann nur noch zu viert.Zum einen war dort Beth, eine sehr hübsche und intelligente Frau. Zum anderen Judith, ebenfalls sehr attraktiv aber ein ganz anderer Typ und die einzige die ich vorher schonmal getroffen habe. Aus dem Gespräch wurde ein Flirt in beide Richtungen. Mal mit Beth, mal mit Judith, und dann wieder zurück. (nein, es war keine 3er-Konstellation, es gab noch andere männliche Teilnehmer am Gespräch) Mit Judith kam ich auf Schüchternheit zu sprechen, und sie wollte mir nicht glauben, dass ich Probleme hätte auf Frauen zuzugehen. Und sie wollte es testen und gab mir zunächst einen Kuss auf die rechte und linke Wange, fragte ob ich das unangenehm fände. Und ehe wir uns versahen sassen wir wild verschlungen in der Bar. Und hier beginnt es seltsam zu werden. In meiner Welt bedeutete das, dass ich mich für eine entschieden hatte. Ende aus. Entscheidung getroffen. Eine gewinnt, eine verliert. Wir entschlossen uns zu gehen, und entgegen aller Gerüchte kann man nicht überall in Amerika mit Karte zahlen. Also ging ich erstmal der Natur ihren Lauf lassen, um dann am Geldautomat (der in der Bar stand) meinen Teil abzuheben. Allerdings stand dort schon Beth. Wir unterhielten uns, sie fragte mich nach meiner Emailadresse, ich gab sie ihr. Sie nahm ihr Geld aus dem Automat und ging Richtung Toilette und sagte "wartest du vor der Toilette auf mich?" und ging weiter. Kein warten auf eine Antwort, als wäre es selbstverständlich. Nachdem ich feststellen musste, dass es mit Alkohol schwerer ist Geld am Automaten abzuheben, aber nicht unmöglich, wartete ich. Es ging alles sehr schnell, wir kamen uns näher und näher und schon wieder stand ich wild verschlungen da. Eine andere Ecke der Bar, eine andere Person. In meiner Gedanken-und Moralwelt, wäre das nie passiert. Und es kam, wie es kommen musste, Judith lief vorbei. Wir lösten uns, gingen nach draussen. In meiner Welt, wäre es eskaliert. Aber meine Welt war schon erschüttert. Und ich wartete. Aber die Eskalation blieb aus. Wir trennten uns, ich begleitete Judith noch zu ihrem Auto, Arm in Arm. Moralvorstellungen sind eben genau das. Vorstellungen. Aber Vorstellungen sind nicht universal. Jeder Mensch hat andere. Und jeder Mensch kann seine Vorstellungen selbst ändern. Ich habe meine geändert. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Meine Moralvorstellung sagt mir, ich sollte es haben. Aber ich habe es nicht. Gedanken.Samstag, 17. Mai 2008
Wieder zurück.
Nach 2 Wochen in denen ich in Paris, Strasbourg, bei meiner Mutter und Schwester und zu Hause war, bin ich wieder in Boston. Der Jetlag lässt langsam nach und ich lebe mich hier wieder ein. Der Wechsel geht immer schneller und ich kann zwischen den 2 Leben schnell hin und her schalten. Ein Grund dafür ist wohl auch, dass ich unabhängig bin und es mir eigentlich egal ist wo ich bin, solange ich mich dort wohl fühle. Und ich kann mich im Moment an beiden Orten wohl fühlen. Jeder hat seinen Vorteil und seinen Nachteil. Es wird aber an beiden Orten Zeit an mir zu arbeiten. Wenn es nur nicht so schwer wäre. Nur wo hin soll man sich entwickeln ?
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Kommentare
So, 18.01.2009 00:17
"How do you pick up the thread s of an old life? How do [...]
Di, 23.09.2008 22:52
in der Tat. ich arbeite noch daran sie zu meistern. [...]
Di, 23.09.2008 22:47
Loslassen ist eine hohe Kunst.